Wachablösung beim SlamGT

42 mal stand Micha-El Goehre auf der Bühne des Kesselhauses in der Weberei. 42 mal wünschte die "R und M" dem Gütersloher Publikum einen schönen Abend. Doch jetzt ist seine Erkennungsmelodie verstummt. Der großartige Slammaster hat seinen Lebensmittelpunkt ins Ruhrrevier verlegt. Seinen Platz nimmt mit Niko Soulis und Jonas Helmich ein Moderatorenduo ein. "Diese beiden jungen Männer sind bestens in der Slammerszene vernetzt und werden die seit Jahren erfolgreiche Reihe in bewährter Form, aber auch mit neuen Impulsen fortsetzen", ist sich Julia Peschke, Vorsitzende des veranstaltenden KleineBühne e.V. sicher.

 

Beide Moderatoren sind bewährte Slammer. Niko ist seit fünf Jahren auf den Dichterbühnen des Landes zu Hause, seit ihn sein Kompagnon Jonas "mitgeschleppt" hatte und er erstmals seine poetischen Fähigkeiten ausprobieren durfte. Bis ins Finale der NRW-Meisterschaften hat er es zwischenzeitlich gebracht. Und ins Halbfinale der deutschen U20-Meisterschaften. Überhaupt: im Nachwuchsbereich der  U20er haben beide ihre Meriten gesammelt. Dort sind sie aktiv und haben in der Dalkestadt eine überaus erfolgreiche eigene Slamreihe - den "vogelfrei U20-Slam" - im Weberei-Wintergarten aufgebaut.
Seit September 2015 moderieren sie außerdem den "Stille Post Slam" in Oelde, Niko außerdem seit dem Sommer letzten Jahres einen Poetry Slam im Jakobs in Bielefeld. Erster Höhepunkt ihres Wirkens war die Durchführung des U20 NRW-Slams im März diesen Jahres. Dank finanzieller Förderung der Bertelsmann AG wurde dieser Wettbewerb zu einem echten Highlight für Nachwuchsdichter und Publikum.
Sioulis und Helmich kümmern sich seit Jahren um den Nachwuchs der Szene. Ihre Bemühungen um neue Poeten tragen reife Früchte. In den Workshops ihrer schulischen Arbeitsgemeinschaften oder in einer eigenen Schreibwerkstatt - Schreibtisch - bilden sie junge, talentierte Spoken-Word-Artisten heran. Als Coaches erweitern sie das Bewusstsein für die Vielfältigkeit des mit Sprache Möglichen, aber auch konkrete Anwendungsbezüge für kreative Texte (szenische Umsetzungen, das Format  Poetry Slam, das Vorlesen an sich). Dabei kommt ihnen zu Gute, dass sie während der Schulzeit am Städtischen Gymansium reichlich Erfahrungen in einer dort etablierten Slam-AG sammeln konnten. 

Veröffentlicht im Monatsmagazin GUETSEL Nr. 216 | November 2016